Mediation hilft,
- wenn es um Geld geht, das in irgendeiner Weise mit Menschen verbunden ist.
- wenn es um Menschen geht, die in irgendeiner Weise praktisch oder gedanklich in Verbindung bleiben müssen.
- wenn es um Zusammenarbeit geht, die nicht einfach abgebrochen werden kann.
Im Privatleben hilft Mediation:
- wenn Trennung droht oder die Paarbeziehung in einer Krise ist:
-> zur Reparatur. - wenn Trennung ansteht und Verletzungen und Vermögen verteilt werden:
-> zur für alle Betroffenen erträglichen Abwicklung. - wenn Nachbarn, Erben, Familienmitglieder oder Freunde um Geld, Verhalten oder Zustände streiten:
-> zur schnellen und nachhaltigen Erledigung des Konfliktes.
Im Unternehmenskontext hilft Mediation:
- wenn Sie eine Kunden- oder Geschäftsbeziehung trotz Konflikt aufrecht erhalten wollen oder müssen:
-> zur Wiedererlangung von Vertrauen und zur Beseitigung des aktuellen Streits - wenn andere Formen der Konfliktlösung zu viel finanziellen, emotionalen oder den Ruf betreffenden Schaden anrichten (könnten):
-> zur (weitgehend) selbst kontrollierten Konfliktlösung mit der jederzeitigen Möglichkeit, sich auf eine Lösung einzulassen oder sie abzulehnen (statt beispielsweise einem Urteil ausgeliefert zu sein) - wenn wichtige Mitarbeitende oder Teams wegen des Konfliktes in ihrer Leistung nachlassen:
-> zur Wiederherstellung von Kooperation und konstruktiver, zielorientierter Interaktion
Zusammengefaßt:
Mediation ist eigentlich immer dann sinnvoll, wenn Menschen über das Ende des Konfliktes hinaus in Beziehung oder im Kontakt bleiben – weil sie zusammen arbeiten, weil sie miteinander leben, weil sie gemeinsame Kinder haben, weil sie sich regelmäßig begegnen oder weil sie soviel miteinander zu tun hatten, daß sie in Gedanken lange Zeit nicht loslassen können.
Das Wirkprinzip von Mediation
Transformative Mediation lenkt die Aufmerksamkeit der Konfliktparteien weg von den laut postulierten Forderungen hin zu den dahinterliegenden Gründen des Streites. Denn selbst beim reinen Streit um Geld gibt es immer ein Dahinter. Das könnte sein „Ich brauche das Geld für …“ oder „Das Geld steht mir zu, weil …“ oder „Der andere soll das Geld nicht haben, denn er hat mich …“ usw. Ohne dieses „Dahinter“, also das eigentliche Ziel, würde niemand Streit anfangen.
Wenn in der Mediation dieses Dahinter herausgearbeitet wurde – wir nennen es auch Bedürfnisse – dann vervielfältigen sich die Lösungsmöglichkeiten.
Um beim Geld zu bleiben: Das Ding, für dessen Kauf ich das Geld brauche, könnte ich vom Konfliktgegner auch auf andere Weise bekommen. Oder mein Recht auf das, was mir zusteht, kann ich gegen ein anderes Recht eintauschen, was mir eigentlich nicht zusteht, aber genausoviel oder sogar größeren Nutzen bringt. Und die Strafe, die ich jemandem zukommen lassen will, indem ich viel Geld von ihm oder ihr fordere, könnte in manchen Fällen auch durch eine ehrliche öffentliche Entschuldigung abgegolten sein.
Oder wenn es um Umgangszeiten mit Kindern geht: Da ist das „Dahinter“, das eigentliche Ziel, vielleicht: „Ich will nicht, daß vor dem Kind schlecht über mich geredet wird.“ oder „Wenn er das Kind sehen will, soll er auch zahlen.“ oder „Ich muß die ganze Arbeit machen und sie hat den vergnüglichen Teil.“ Statt dann darüber zu streiten, ob das Kind um 13 oder um 15 Uhr abgeholt werden darf und darüber, daß aber der Samstag nicht zählt, weil da ja Fußball war, ist es sicher besser am „Dahinter“ zu arbeiten. Also daran, daß keiner mehr Angst vor Schlechtreden haben muß. Und daran, daß die für das Kind nötigen Leistungen in fairer Weise verteilt werden. Und daran, dem Kind gute Eltern zu sein, wenn es schon mit dem gemeinsamen Zuhause nicht geklappt hat.
Erfolgsfaktor 1:
In einem Konflikt widersprechen sich die ursprünglichen Positionen und Forderungen zumeist fundamental. Über ein strukturiertes Verfahren mit vielen teil-deeskalierenden Elementen werden deshalb in der Mediation die hinter den Forderungen liegenden Ziele und Bedürfnisse herausgearbeitet. Fast immer ergeben sich aus diesen eigentlichen Konflikttreibern schnell neue und für alle Beteiligten optimale Lösungen.
Dadurch werden Konflikte in der Mediation vollständig und nachhaltig beendet. Und es ist gut, Konflikte positiv und für alle Beteiligten zu beenden, statt sie nur – sei es durch Niederlage, Kompromiß oder Sieg – vorübergehend und oberflächlich zu erledigen (siehe auch: Arten der Konflikterledigung). Denn erledigte Konflikte machen die Gedanken wieder frei, unerledigte oder verlorene Konflikte beschäftigen Emotionen und Verstand über lange lange Zeit. Sie rauben Lebensenergie und sie verschwenden Lebenszeit.
Erfolgsfaktor 2:
Neben der Orientierung auf das Dahinter, auf die Bedürfnisse, gibt es noch einen weiteren Grund, warum Mediation oft gut und anhaltend wirkt: die alleinige Verantwortung der Medianten für das Ergebnis. Das ist wahrscheinlich auch der wichtigste Unterschied zu semi-kooperativen Konfliktlösungsverfahren wie Vergleich oder Schlichtung, die manchmal deutlich schneller zu haben sind, als ein Mediationsergebnis. Und es bedeutet: Die Entscheidung über das konkrete Ziel und über das Ergebnis liegt alleine in den Händen der Beteiligten. Die Mediatoren bringen keine eigenen inhaltlichen Vorschläge in das Verfahren ein und treffen keine Entscheidungen. Warum sie das nicht tun? Lesen Sie mehr … Die Mediatoren drängen auch niemanden zu einer Lösung. Mediation stellt also sicher, daß Sie sich nicht einem unbefriedigenden Ergebnis unterwerfen müssen. Sind die Konfliktparteien nicht sicher, ob sie die getroffene Vereinbarung auch wirklich einhalten können, einigen sie sich meist auf eine Probezeit.
Das Verfahren der Mediation
Damit die Streitenden aus der emotionalen Erregung, der inneren Eskalation herausfinden, sich wieder zuhören und schließlich miteinander Lösungen vereinbaren können, braucht es ein strukturiertes Verfahren. Von der Zielfindung und dem inneren JA zur Mediation, über das Loslassen der Vergangenheit, das Verstehen des Geschehens bis zur Bereitschaft für einen Friedensschluß ist es manchmal ein längerer, manchmal ein kürzerer, aber immer ein Schritt für Schritt zu gehender Weg. Während Außenstehenden „längst klar“ ist, was da wohl schiefläuft, ist es den Beteiligten anfangs vor lauter Streß nicht bewußt.
Deshalb gibt es für die Mediationsverfahren fünf Phasen. Lesen Sie mehr dazu …
Die Dauer eines Mediationsverfahrens
Die Gesamtzahl der Mediationstermine läßt sich im Voraus nicht seriös festlegen. Sie ist abhängig von der Höhe der Eskalation und der Menge an bisher gegenseitig zugefügtem Schaden, von der Anzahl der Beteiligten und natürlich davon, wie lösungswillig die Medianten zu Beginn des Verfahrens schon sind.
Erfahrungsgemäß brauchen betriebliche Konflikte zwei bis vier, private Konflikte drei bis fünf Termine. Aber: Manche Konflikte sind schon nach einer Sitzung gelöst, manchmal kosten die Veränderungen auch sehr viel mehr Zeit.
Sie entscheiden am Ende jedes Termins, ob weitere Termine stattfinden sollen. Wir machen Ihnen dazu aus fachlicher Sicht einen Vorschlag, aber die Entscheidung liegt bei Ihnen. Damit bleibt das Verfahren unter Ihrer (finanziellen) Kontrolle.
Terminvereinbarung Unternehmen:
Wenn Sie die Schwierigkeiten in Ihrem Betrieb oder mit Kunden durch Mediation auflösen möchten, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir schlagen Ihnen dann einen konkret auf Ihre Situation passenden Ablauf der Mediation vor.
Terminvereinbarung Privatleute:
Wenn Sie Ihre Schwierigkeiten mit Mediation auflösen wollen, vereinbaren wir ein Vorgespräch (ca. 15 min) zum Kennenlernen und zur Beratung über die Rahmenbedingungen. Anschließend an dieses Vorgespräch kann die erste Sitzung gleich beginnen. Bitte rechnen Sie deshalb für den ersten Termin mit einer Zeitdauer von ungefähr zwei Stunden. Wenn Sie sich nach dem Vorgespräch gegen die Mediation eintscheiden, bleibt das Vorgespräch kostenfrei für Sie.
Mediation können Sie bei uns übrigens auch erlernen.
Ausbildung in MediationDiese Frage steht auch in unserer Sammlung fachlicher Fragen: https://buero-straube.de/fachliche-fragen/#wannundwiehilftmediation

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